Rezension für Sturm auf Amber, Väter und Söhne

4.0 von 5 Sternen: Sehr gelungener Einstieg in die Buchreihe die Chroniken der Nebelländer

von Nimithil

In dem ersten Band der Buchreihe die Chroniken der Nebelländer lernt der Leser viele Charaktere kennen, welche den weiteren Lauf der Geschichte prägen.

Ilari, ein fast erwachsener Junge aus den Nordlanden, welcher nach Amber reisen muss um seinen bisherigen Leben den Rücken zu wenden und damit seine Liebe an den Königssohn abzutreten.

Edbert, ein Fiesling welcher das Leben von Ilari in Amber herausfordert.

Leanna und Morwenna, in welchen Ilari neue Freunde und vielleicht auch eine neue Geliebte findet.

König Bornwulf probiert sein bestes einen Krieg mit den Nordländer zu verhindern und Allianzen mit anderen Ländern in Amber knüpfen möchte.

Colan ein Schmied in der Königsstadt, welcher Edbert ein Dorn im Auge wird.

Der Schreibstil der Autorin Thea Perleth ist flüssig, bildhaft und komplex gestaltet hinsichtlich Texting und Layout. Es ist kein Buch, welches man kurz zwischendurch lesen kann oder sollte. Das Buch wird als Auftakt für die Chroniken der Nebelländer genutzt und beinhaltet viel Einführung in die Welt und Menschen, mit geringen Fokus auf die Fantasyelemente. Die Vielzahl der Protagonisten gestaltet es ebenso komplex, da man als Leser die Verantwortung hat diese auseinander zu halten. Die Protagonisten sind im Detail gestaltet und wirken authentisch. Besonders der Schmied hat mir gefallen, da ich seinen Charakter besonders mochte.

Der Leser steigt zu Beginn direkt in die Handlung ein, welche in Laufe des Buches einen konstanten Spannungsbogen einhält. Obwohl erst gegen Ende die Fantasyelemente einfließen habe ich diese nicht vermisst und die Geschichte benötigt diese auch nicht. Sie hat ein historisches Setting und neben Intrigen, Liebe geht es auch viel um Freundschaft – eine wundervolle Mischung. Innerhalb der Handlungsstränge sind für mich einige überraschende Wendungen vorhanden, welche zusätzlich für Spannungen gesorgt haben. Nichts ist langweiliger als eine Geschichte wo jede Handlung absehbar ist.

Die Karten, welche das Buch beinhaltet eignen sich sehr gut um einen Überblick als Leser zu bekommen und zu verfolgen um welche Orte es sich gerade handelt worüber die Protagonisten reden oder sich befinden.
Fazit:
Ein wundervoller Auftakt zu einer neuen Reihe, welcher weitaus mehr verspricht als der erste Teil den Leser vermittelt.

Rezension für Sturm auf Amber, Väter und Söhne

4.0 von 5 Sternen: Durchweg spannend

von somnialee

Inhalt:

Die Insel Amber droht in einem blutigen Konflikt mit ihren Nachbarländern zu versinken; die Situation scheint hoffnungslos, da sich alle alten Verbündeten des Landes von ihnen abgewandt haben. Mitten hinein in diesen Konflikt gerät der junge Nordländer Ilari Thorbjörnson, der als Botschafter seines Königs zu König Bornwulf von Dinora in dessen goldene Stadt Tamweld geschickt wird. Am Hof des Königs hat Ilari, herausgerissen aus seiner Welt, vor allem mit den Vorurteilen und der Ablehnung der Bevölkerung zu kämpfen, findet aber auch treue Freunde und Verbündete. Als sich die Situation weiter zuspitzt, muss Ilari mit seinen Freunden in das verwunschene Land Konbrogi fliehen, dessen Grenzen von den geheimnisvollen magischen Fürsten der Nebelländer bewacht werden und ersucht diese um Hilfe. Das Schicksal Ambers, und damit das der Nebelländer und aller anderen friedlichen Völker, hängt nun von Ilari ab und von der Bereitschaft der Fürsten, an der Seite ihrer alten Verbündeten um den Frieden auf der Welt zu kämpfen.

Meine Meinung:

Das Cover hat auf Anhieb mein Interesse geweckt: die Farben, der Hintergrund, der Stein in der Mitte und die Schrift zusammen ergeben ein sehr schönes Gesamtbild; erzeugen eine Stimmung, die wie die Faust aufs Auge zur Geschichte passt. Man kann schon erahnen, um was es gehen wird.

Ich kam gut rein in die Geschehnisse – auch was die vielen Charaktere anbelangt, die nach und nach auftauchten, hatte ich keine Probleme sie zuzuordnen, was häufig einen Kritikpunkt in der Leserunde darstellte, in dessen Rahmen ich das Buch gelesen habe.

Die beschriebenen Orte konnte ich mir sehr gut vorstellen, auch mit den Protagonisten wurde ich schnell warm – allerdings auch nicht zu warm, es schien immer eine dünne Glaswand zwischen mir und den Personen im Buch zu geben. Sie waren mir zwar sympathisch, aber voll und ganz mit ihnen mitfühlen konnte ich nicht, woran vielleicht auch der eher sachliche Schreibstil in der Beobachter-Perspektive Schuld ist.

Ich konnte nichtsdestotrotz richtig in die Geschichte eintauchen, wurde an das Buch nahezu gefesselt und konnte mich kaum noch davon lösen.

Der Spannungsbogen hält sich vom Anfang bis zum Ende, auch wenn zuweilen doch einige Längen da waren und die Konzentration drohte, wegzukippen. Mal flog ich über die Seiten, mal kroch ich im Schneckentempo darüber, musste sogar einige Abschnitte wiederholen – und trotzdem war ich sehr gepackt. Durchgängig. (Ja, ich weiß, es widerspricht sich irgendwie. Ist aber so.)

Was mir sehr gefallen hat, war, dass das Buch meiner Ansicht nach recht schwer einzuordnen ist. Der Prolog beschäftigte sich mit den Nebelfürsten, die aber erst am Ende dieses Bandes wieder vorkommen. Ansonsten hat es historische Züge, durchmischt mit uns unbekannten Schauplätzen. Ich finde es toll, dass die kennzeichnenden Fantasy-Klischees fehlen – diese typische Handlungsgrundlage, Charaktere und geheimnisvolle Wesen. Die Autorin hat somit etwas gänzlich Neues erschaffen. Natürlich wäre ein bisschen mehr Fantasy auch nicht schlecht gewesen, aber da lege ich meine Hoffnungen mal auf den Nachfolgeband.

Die Geschichte ist sehr authentisch erzählt, sodass man in diese Welt absolut eintauchen konnte und direkt mit dabei zu sein schien, auch wenn ich nicht hundertprozentig mit den Protagonisten warm geworden bin. Der Satzbau ist etwas komplexer gehalten.

Das Buch ist eine klare Leseempfehlung für alle, die Fantasy mögen und jene, die sich bisher von Fantasy ferngehalten haben, weil es ihnen vielleicht zu fantastisch war. Das ist hier nicht der Fall. Man sollte es nicht nebenbei lesen, sondern sich wirklich vollkommen auf das Buch einlassen.

Rezension zu „Die alte Welt zerbricht“

4.0 on5 Punkten: Ein beeindruckendes Werk

Von Krisi Schöllkopf – Wurm sucht Buch am 30. November 2016

Format: Kindle Edition

Ich habe mein Exemplar des Romans direkt von Thea Perleth zugeschickt bekommen, vielen Dank an dieser Stelle!

Das Cover ist an das des ersten Bandes angelehnt, was ich sehr passend finde, da man so sofort erkennen kann, dass die beiden Romane zusammengehören. Auch ist sofort zu erkennen: Ich bin dabei, einen Fantasyroman zu lesen! Ich liebe es, wenn Cover den Inhalt des Romans widerspiegeln, ohne etwas zu verraten.

Der Roman beginnt dort, wo Band I aufhörte. Da die Handlung und die Geschichte an sich durch viele Charaktere und Schauplätze recht komplex ist, möchte ich Euch nicht mehr verraten, als schon im Klappentext angegeben ist. Wie ich schon in der Rezension zu Band I geschildert habe, erinnert mich diese Reihe sehr an „Herr der Ringe“.
Ich bin immer wieder überrascht, wie toll Thea Perleth ihre Geschichten durchdenkt, auch muss ich zugeben, dass ich öfters einmal verwirrt war, da ich die Protagonisten nicht auseinanderhalten konnte, da alle eine wichtige Rolle zu spielen scheinen.

Die Charaktere sind sehr gut an die fiktive Welt angepasst und der Leser nimmt ihnen den Kampf um ihr Land ohne Widerspruch ab. Oftmals habe ich Probleme, den Charakteren die Ernsthaftigkeit zu glauben, hier jedoch, fiel es mir überhaupt nicht schwer.

Thea Perleths Schreibstil ist phenomenal! Zu einer fantastischen Geschichte gehört ein Schreibstil, welcher den Leser in die fremde Welt entführen kann und dies, ohne dem Leser die eigene Fantasie zu stehlen.

Fazit

„Sturm auf Amber II“ ist ein sehr guter Fantasyroman, welcher mich allerdings an der ein oder anderen Stelle durch etwas zu viele Charaktere und Geschehnisse verwirrte.

Klappentext zu „Die alte Welt zerbricht“

Die Nordleute rüsten sich für den großen Sturm auf die Insel Amber. Um diesen abzuwehren, arbeitet König Bornwulf von Dinora an einem Verteidigungsbündnis der Königreiche auf Amber, in das auch die Königin der Insel Bratana eingebunden werden soll. Doch die Menschen erkennen, dass sie ohne die Hilfe der Fürsten der Nebelländer den Angreifen wohl unterlegen sein werden. In einem gemeinsamen Rat im Königreich Konbrogi, das sich nie von der Fürsten abwandte, versuchen sie daher, die Hilfe der Fürsten für die Rettung der Insel zu erlangen. Doch die Vergangenheit macht ein Bündnis für beide Seiten schwierig. Prinzessin Leana gelingt es schließlich, eine neue Verbindung zu den Nebelfürsten herzustellen. Ilari und Oskar übernehmen noch vor dem Abschluss der schwierigen Verhandlungen neue Aufgaben auf Amber und auch Prinzessin Hrodwyn findet ihren Platz zur Verteidigung ihrer Heimat.

Rezension zu „Die alte Welt zerbricht“

5.0 von5 Punkten: Gelungene Fortsetzung

Von Amazon Kunde am 12. November 2016

Format: Kindle Edition

Die lang erwartete Fortsetzung (auf die man zum Glück gar nicht so lange warten musste ;-)) von Sturm auf Amber knüpft ziemlich direkt ans Ende des ersten Teils an.

Die Gemeinschaft um Ilari ist in Wallis, der sagenumwobenen Hauptstadt Konbrogis, angelangt. Neben einem exzentrischen König treffen sie dort auch noch die Nebelfürsten, ein geheimnisvolles Volk von gottähnlichem Adel, welches einst von den Bewohnern Ambers verehrt wurde, doch in Vergessenheit geraten ist. Zusammen mit alten Bekannten und neuen Verbündeten versuchen sie mit der Hilfe der Fürsten die Zerstörung Ambers aufzuhalten.
Am anderen Ende Ambers kämpft Hrodwyn, älteste Tochter König Bornwulfs, um ihre Stellung im Königshaus von Sidran und gegen die Tandhenischen Eindringlinge vor den Toren von Glansest.

Auch Teil 2 besticht durch unglaublichen Detaillreichtum, plastische Charaktere und eine kreative und wendungsreiche Storyline. Die Schicksale der liebgewonnenen Protagonisten sind weder zu positiv, noch unglaubwürdig tragisch.

Sturm auf Amber: Die alte Welt zerbricht ist auf jeden Fall absolut lesenswert, sowohl für Fantasy-Liebhaber als auch, durch den teils etwas versteckten geschichtlichen Bezug, für Leser von historisch geprägten Büchern.

Sturm auf Amber “ Die alte Welt zerbricht“

Und nun zu Sturm auf Amber „Die alte Welt zerbricht“, meinem grünen Buch.

Die Fantasyromanreihe Sturm auf Amber wurde fortgesetzt. Das zweite Buch der Reihe, „Die alte Welt zerbricht“, ist seit dem 3. November erhältlich. Ich werde auch zu diesem Buch immer wieder einen „verschollenen Text“ hier auf meinem Blog hinzufügen. Ich habe diese Texte nicht in das Buch hinein genommen, weil sie nicht immer mit der Handlung völlig stimmig waren. Doch sie sind zu schade um in einer Schublade zu verkümmern.

Die Reaktionen auf das grüne Buch sind genauso wunderbar wie auf „Väter und Söhne“. Ich bin sehr glücklich und rundum zufrieden mit meinen Lesern. An dieser Stellen ein ganz herzliches Dankeschön an alle Leser, dass meine Bücher so wunderbar angenommen werden. :))

Autoreninterview

Endlich habe ich wieder etwas Zeit, mich meinem Blog zu widmen. Die Veröffentlichung des zweiten Teils von Sturm auf Amber, “Die alte Welt zerbricht“, oder auch das grüne Buch, wie es einige Leser nennen, hat mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir dachten. Dafür ist es uns gleich auf Anhieb gelungen, das Buch fehlerfrei frei zum Verkauf hochzuladen. Die Anfängerschwierigkeiten, die wir beim ersten Buch hatten, sind nicht mehr aufgetreten. Aber das grüne Buch muss warten.

Zuerst beginne ich mit dem Autoreninterview, das ich mit Ann-Sophie Schnitzler auf ihren Blog, Reading is like taking a journey, führen durfte.

Ann-Sophie Schnitzler hat ihren Blog, auf dem man sich ganz wunderbar unterhalten lassen kann, dafür zu Verfügung gestellt und ich bin immer noch ganz begeistert, dass sie mir so eine unerwartete Möglichkeit geboten hat. Das ist nicht selbstverständlich und macht mich immer noch ganz sprachlos. An dieser Stelle noch einmal meinen Dank an Ann-Sophie Schnitzler. Hier gleich der Link der zu ihrer Blogseite führt. http://readingisliketakingajourney.blogspot.de/ . Ann-Sophie Schnitzler hat das Autoreninterview so liebevoll gestaltet, dass es sich lohnt, es dort nachzulesen. http://readingisliketakingajourney.blogspot.de/p/thea-perleth.html.

Wer aber möchte, kann dies auch gleich hier tun.

 

1. Vorab möchte ich dir danken, dass du dir die Zeit für meine neugierigen Fragen genommen hast. Möchtest du uns ein wenig über dich erzählen?

Liebe Ann-Sophie, danke, dass du mir die Chance bietest, über mein Buch und auch ein wenig über mich zu sprechen.

Es gibt eigentlich nicht sehr viel zu sagen. Ich führe ein schrecklich normales Leben. Seit fast dreißig Jahren bin ich verheiratet und gedenke, das nicht zu ändern. Ich habe zwei Kinder großgezogen und bin selbst das Kind von Artisten. Aufgewachsen bin ich als „Evangelische“ in einem katholischen Dorf in Bayern. Diese widersprüchlichen und unvereinbaren Welten haben, denke ich, meinen Blick auf die Menschen geschärft und mich tolerant werden lassen.

Als Kind hatte ich eine blühende Phantasie und zu allem, was ich gesehen habe, dachte ich mir sofort eine Geschichte aus. Die Schule habe ich in Bayern auf dem zweiten Bildungsweg absolviert und danach studiert. Zuerst mit großer Leidenschaft Biologie und danach mit noch größerer Leidenschaft nordische Philologie und germanische Altertumskunde in München und in Dänemark.

Astrid Lindgren war der Grund, weshalb ich mich schon als Kind in die heile, skandinavische Welt gesehnt habe, die so heil gar nicht ist, wie ich im Studium in Dänemark feststellen konnte. Da mir das kühle Wetter außerdem besser gefällt als der heiße Süden, war alles perfekt für mich und meine Leidenschaft war geweckt worden.

2. Wann hattest du das erste Mal den Gedanken, ein Buch zu schreiben?Aus welcher Motivation heraus?

Das Schreiben ist mir schon immer leichtgefallen und an Fantasie hat es mir nie gefehlt. Als ich auch noch während meines Literaturstudiums die Geschichte der nordischen Länder von der Völkerwanderungszeit bis in die Neuzeit präsentiert bekam, war ich infiziert. Das ging so weit, dass ich mich schon damals mit der Konzeption eines Romans über Skandinaviens Wikingerzeit und da speziell über die Besiedlung Islands befasste. Ich hatte einen Kommilitonen aus Island, der meine Fantasie mit seinen Erzählungen zusätzlich befeuerte.

Darüber hinaus habe ich im Studium gelernt, Bücher zu zerlegen, deren Struktur zu erkennen, die Absichten des Autors zu diskutieren, Bücher zu bewerten und in den historischen und gesellschaftlichen Kontext einzuordnen. Durch die Analyse lernte ich implizit auch, Bücher zu konzipieren. Und schließlich dachte ich daran, selbst zu schreiben. Das Thema war sehr schnell sehr klar umrissen und irgendwann traut ich es mir zu und schrieb die ersten Texte. Doch damals fehlte es an der Zeit, mich diesem Projekt völlig zu widmen. Arbeit und Familie gingen vor und mein Projekt musste noch einige Jahre warten.

3. Der erste Band deiner Reihe „Sturm auf Amber: Väter und Söhne“ ist im Juni dieses Jahres erschienen. Wie hastdu dich bei dieser Veröffentlichung gefühlt?

Als Sturm auf Amber – Väter und Söhne bei Amazon hochgeladen wurde, habe ich einen verrückten Gefühlscocktail erlebt. Ich war sehr zufrieden damit, mein erstes Buch veröffentlicht zu haben. Die anderen Bücher waren geschrieben, es konnte jetzt so weitergehen.

Praktisch zum selben Zeitpunkt meldeten sich erhebliche Zweifel an: Was hatte ich da getan? War ich wirklich so anmaßend zu glauben, ich könnte schreiben? Doch ich beruhigte mich. Ich hatte das Urteil eines befreundeten Profis, einer dänischen Lektorin und Literaturagentin, die ihren professionellen Blick auf Sturm auf Amber geworfen und mich gedrängt hatte, sofort in die Veröffentlichung zu gehen. Doch noch heute habe ich Herzklopfen, wenn ich darüber nachdenke, dass fremde Menschen mein Buch lesen.

Ja und ich war sehr erschöpft. Ein Buch im Selbstverlag zu veröffentlichen, ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Schließlich muss man alles selbst machen. Vor allen Dingen beim ersten Mal bekommt man auch ein wenig Panik, ob man alles richtiggemacht hat und wie und ob Leser überhaupt auf das Buch reagieren werden.

Außerdem war ich dankbar. Ich hatte viel Unterstützung erhalten von meiner Familie und Freunden. Alle waren mit Feuereifer dabei. Das machte mich sehr stolz.

4. Du hast ja schon einiges an Feddback bekommen. Bist du zufrieden mit der Reaktion deiner Leser?

Ich bin rundum zufrieden mit den Reaktionen der Leser. Schließlich hat jeder, der sich eine Meinung zu Sturm auf Amber gebildet hat, das Buch auch gelesen. Und dafür bin ich sehr dankbar. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Autor, als nicht wahrgenommen zu werden.

Im Großen und Ganzen habe ich sehr schöne Rezensionen erhalten. Besonders auf den Inhalt der Geschichte. Es gibt Menschen, die meine Art zu schreiben nicht mögen, aber sie ist auf epische Fantasy zugeschnitten und passt in den Kontext. Auch dass ich sehr präzise schreibe und ausführlich, langweilt den einen oder anderen, der sich nicht auf diese Art zu erzählen einlassen möchte. Aber eine Geschichte dieses Umfanges braucht ein ordentliches Fundament. Daher musste ich gerade im ersten Buch die Personen und die Handlung sehr komplex anlegen, was sogar mir manchmal zu viel wurde. Es war häufig ein logistisches Problem, alle Handlungsstränge der vier Bücher schon im ersten Buch einzuführen und unter einen Hut zu bringen. Die Leserpost und teilweise auch die Rezensionen, die ich erhalte, zeigen mir aber, dass es sehr viele Menschen gibt, die gerade ein gründlich angelegtes Buch mit sehr viel Tiefe und Stimmung erwarten

5. Bei Sturm auf Amber handelt es sich um den ersten Teil der Chroniken der Nebelländer und liegt in vier Bänden vor. Deine Idee muss wirklich sehr komplex sein. Das ist doch bestimmt nicht immer leicht gewesen. Hattest du auch mal Schwierigkeiten beim Schreiben oder der Konzeption der Reihe?

Das ist richtig. Die Idee der Nebelländer ist ungeheuer komplex und es gab einige Krisen, bis die vierteilige Reihe Sturm auf Amber fertiggestellt war. Besonders am Anfang war alles sehr dramatisch. Ich plante den Aufbau, umriss die Personen und schrieb sehr schnell die ersten zwei Bücher. Doch auch wenn die Geschichte spannend war, so sie viel zu kompliziert. Das ständige Springen zwischen der Besiedlung Snelands und der Handlung auf Amber war zu unübersichtlich geworden und verwirrte alle. Deshalb entschloss ich mich schweren Herzens, die Besiedlung Snelands zurückzustellen. Die erste Reihe nannte ich Sturm auf Amber und sie musste zuerst fertiggestellt werden. Das hieß, das erste und das zweite Buch vollständig zu teilen und neu aufzustellen. Die Konzeption für Amber und Sneland musste neu erstellt werden und dabei hat sich dann herauskristallisiert, dass ich noch Stoff für eine weitere Reihe, Etaldir, hatte. Aus anfänglich einem einzigen geplanten Buch über die Besiedlung Islands, die einen kurzen Blick auf die Ereignisse in England werfen sollte, war sehr schnell das Riesenprojekt Chroniken der Nebelländer geworden. Es kostete alles viel Zeit und Energie aber es gelang. Mittlerweile ist nicht nur Sturm auf Amber fertiggestellt, auch das fünfte Buch Sneland – Der Weg nach Norden ist schon fast geschrieben.

6. Zu deiner Thematik gehört ja vor allem Island und die Wikingerzeit Englands. Was fasziniert dich daran so?

Mich fasziniert an Island, dass die Insel von zähen, unabhängigen Menschen besiedelt wurde, die mit ihrer Heimat in Konflikt standen oder sich der Staatsmacht nicht anpassen wollten. Sie haben sich die raue Insel erobert und die erste Demokratie in Europa seit der Antike gegründet. Auf dem Alting, auf dem sich jährlich die Goden, eine Art gewählte Volksvertreter, und ihre Gefolgsleute trafen, wurden Gesetze formuliert und es wurde Recht gesprochen. Jeder freie Mann durfte hier seine Probleme vorbringen.

Die Wikinger haben auf dem Meer die Welt erkundet. Klar, sie haben in England und Europa geraubt und geplündert, aber das taten andere auch. Sie haben aber auch große Teile Englands über mehrere Jahrhunderte besiedelt und mit dem Danelag, dem Teil Englands, in dem dänisches Recht galt, England entschieden ihren Stempel aufgedrückt. Ihre Frauen hatten eindeutig mehr Rechte als die christlichen Frauen Englands. Sie haben in England Städte gegründet und gesiedelt und damit die Menschen und ihre Kultur verändert. Ein Mann, der in einen niedrigen Stand hinein geboren wurde, konnte trotzdem Ruhm und Macht erringen. Es lag in seiner Hand. So könnte ich ewig weitermachen. Doch weiß ich sehr wohl, dass ich in der Wikingerzeit nicht glücklich geworden wäre. Einem Wikinger wäre ich ungern begegnet. Die Sklavenhaltung verachte ich, die Gewalt ihrer Raubzüge ebenso. Es war schließlich ein ganzer Haufen egoistischer Männer, die sich unrechtmäßig am Reichtum anderer Nationen bereichert hatten. Für einen Wikinger zählte die Familie und das eigene Land. Am Reichtum anderer Länder konnte man sich schamlos bereichern, ohne in der Heimat bestraft zu werden. Im Gegenteil, es sicherte ihnen Macht und Ansehen zu Hause, jedenfalls anfänglich. Mit der Christianisierung Skandinaviens änderte sich das. Wikinger waren niemals edel oder bewunderungswürdig, aber ausgezeichnete Seefahrer und sie haben für einige Jahrhunderte Europa mitgeprägt.

7. Du hast ja viele Reise nach Skandinavien unter anderem  für Recherchezwecke unternommen. Wie kommt deine Familie mit deiner großen Leidenschaft für diese Region und das Schreiben klar?

Also, meine Familienmitglieder sind allesamt ausgezeichnete Kenner der skandinavischen Geschichte und Kultur. Mein Mann liebte Skandinavien von Anfang an. Er hat sogar während des Studiums einen Dänischkurs an der Uni belegt und hat zwei Semester in Dänemark studiert, genau wie ich. Die Kinder hatten anfangs keine Wahl, sie wurden einfach mitgeschleppt. Im Laufe der Zeit waren sie selbst schon fast kleine Skandinavier. Schließlich sind wir nicht nur auf Gräberfeldern und in Wikingerzwingburgen herumgekrochen, was für die Kinder schon recht spannend war. Wir haben unsere Freunde besucht und irgendwie sind sie zusammen mit den Kindern meiner Freunde groß geworden und halten auch heute noch Kontakt nach Skandinavien. Sie haben mir einmal gesagt, dass für sie nach Dänemark zu fahren wie eine Art heimkommen ist.

 

Was das Schreiben angeht. Ich habe damit angefangen als meine Kinder im Teenageralter waren und ich denke, sie waren zu diesem Zeitpunkt ganz froh, dass ich mein Augenmerk nicht mehr nur auf sie gerichtet habe. Die Mama ist beschäftigt, jetzt habe ich Spielraum. Für meinen Mann, der mich bis dahin schon zwei Jahrzehnte lang kannte, war es nur logisch, dass ich zu schreiben anfing. Alle haben mich tatkräftig dabei unterstützt.

8, Was schätzt du am Schreiben so sehr? Was motiviert dich?

Durch Schreiben kann ich mich aus dem Alltag stehlen. Es ist ähnlich befriedigend wie das Lesen. Nur ein klein wenig anstrengender. Dafür kann ich aber auch den Handlungsverlauf einer Geschichte beeinflussen. Wenn mir im Alltag alles zu viel wird, dann verschwinde ich einfach in meiner eigenen Welt. In der Regel fällt es mir leicht, ein Kapitel zu Papier zu bringen, doch mit dem Schreiben von Schlachten habe ich so meine Probleme. Man muss alles sehr genau konzipieren, und wenn mir die Fantasie durchgeht, was meist passiert, muss ich mich anstrengen, wieder Logik hineinzubringen. Aber das ist das Handwerk des Schreibens, ohne das es nicht geht.

Am schönsten ist es, wenn ich Kapitel schreibe, die ungefragt und ungeplant entstehen. Man recherchiert zum Beispiel über Dinge wie Einfriedungshecken eines Bauernhofes im Mittelalter. Wenn man dann das Kapitel, für das man diese Information gesucht hat, zu schreiben beginnt, kann es geschehen, dass sich am Ende Personen und Orte eingeschlichen haben, die zwar nie geplant waren, aber nach drei- bis vierstündigem Schreiben dennoch perfekt zu allem passen. Man muss dann im besten Fall nur wenig am Gesamtkonzept ändert. Solche Kapitel ändern aber sehr oft auch den Handlungsverlauf erheblich. Doch bisher habe ich damit immer nur gute Erfahrungen gemacht. Solche Kapitel sind für mich ein Antrieb, immer weiterzumachen. Diese Art zu schreiben trägt mich über die Eintönigkeit des Handwerks hinweg, das unentbehrlich ist, damit der Leser ein ordentliches Buch erhält. Beim Schreiben eines solchen Kapitels fühlt es sich dann fast so an, als würde man es gerade lesen. Es ist jedes Mal sehr befriedigend und motivierend. Danach muss alles natürlich korrigiert und verbessert werden. Dabei bin ich schrecklich pingelig, weil ich ein Kapitel so lange verbessere, bis es mir in meinem eigenen Lesefluss völlig gefällt. Ich denke, man muss sich diese Mühe machen, damit der Leser das Buch genießen kann.

9. Hast du selbst gerne gelesen? Gab es vielleicht sogar Autoren, die dich inspiriert haben?

Ja, das kling sicher sehr abgedroschen, aber wo ich war, fand man auch irgendwo in der Nähe ein Buch. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht gelesen hätte. Selbst zum Sport habe ich ein Buch mit mir herumgeschleppt. In den Pausen wurde gelesen. Heute lese ich nicht mehr ganz so viel, weil ich stattdessen schreibe. Doch ich versuche, regelmäßig zu lesen.  Als ganz junger Mensch habe ich wahllos gelesen. Am liebsten Bücher von Astrid Lindgren, die ich mit den Kindern noch einmal genießen durfte. Damals fing mein Faible für Skandinavien wohl schon an. Am meisten beeindruckt haben mich Autoren wie Gabriel Garcia Marquez, Alice Munro, Anatoli Rybakow, Knut Faldbakken und Hendrik Ibsen. Na ja und natürlich der Klassiker für Fantasyautoren, J. R. R. Tolkien.

10. Nun kommen wir zu meiner letzten Frage: Was wolltest du deinen Lesern immer schon mal sagen?

An dieser Stelle werde ich mich als erstes bei meinen Lesern bedanken für das viele positive Feedback, das ich erhalte. Leser können nicht wissen, wie sehr sich Autoren mit ihren Ängsten herumplagen. Man sitzt endlose Zeit alleine vor dem PC und fragt sich oft, ob das, was man schreibt, jemals gelesen wird und gefällt. Wenn man ein Buch veröffentlicht hat, kehren diese Ängste wieder, die sich manchmal in regelrechten Panikattacken manifestieren. Nur während des Schreibens verschwinden diese Ängste völlig, weil man sehr tief im Buch versunken ist und alles um sich herum vergisst. Begeisterte Leserpost und Lesermeinungen tragen mich jedoch über all diese Zweifel hinweg. Sie motivieren und geben mir das Gefühl, das Richtige zu tun. Dafür und für das Autoreninterview möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.

 

 

 

Unnas Entscheidung

Ilari preschte über das Land. Er gab seinem Pferd die Sporen, und weil ihm der Ritt nicht schnell genug ging, knirschte er mit den Zähnen. Seit ihn gestern Abend Unna auf die Ebene von Torgan gebeten hatte, zermürbte sich Ilari den Kopf.

Sie würde Bork heiraten, der sie nicht wollte und sie doch zur Frau bekäme. Er hingegen müsste nach Westen ausweichen, ins Ungewisse, nur um der Hochzeit eines Thronfolgers nicht im Weg zu stehen. Das hatte sich König Halfdan Ingvarson fein ausgedacht. Unna schien sich jedoch noch nicht mit dem Gedanken angefreundet zu haben, eine Königin zu werden. Ilari hatte erst gestern in ihren Augen gesehen, dass sie ihn liebte. Er erkannte dies oft, ja stets, wenn sie sich sahen.

Es ging Ilari noch immer nicht schnell genug. Unnas Botschaft zog ihn magisch auf die Ebene. Er trieb sein Pferd an, jagte es mitten hinein in den nahen Wald, obwohl er wusste, dass sein Tempo gefährlich hoch war. Die Bäume würden ihm nicht weichen. Wenn sich Unna jedoch für Bork entschied, dann wollte er lieber hier sein Leben zu verlieren, als nach Amber zu segeln. So beschleunigte er den Galopp, um das Schicksal herauszufordern. Sein Brauner jedoch ritt mit traumwandlerischer Sicherheit durch den Wald, und ehe es sich Ilari überhaupt vorstellen konnte, hatte er die Ebene Torgans erreicht. Freies, weites, ungefährliches Land. Schon vom Waldrand aus hatte man einen gewaltigen Ausblick über die Stadt und das Land. Hierher kamen Ilari und Unna immer, wenn sie das Leben erdrückte. Hier hatten sie sich im letzten Sommer getroffen und sich ihre Liebe gestanden. Und hier waren sie für heute verabredet. Unna hatte ihn gestern Abend aufgefordert zu kommen, weil sie etwas Wichtiges beschlossen hatte, wie sie es ihm angedeutet hatte. Was es war, darüber hatte sie geschwiegen, denn die Wände des Palastes hätten Ohren, hatte sie behauptet und ihn unverrichteter Dinge im Gang stehen gelassen.

Ilari stieg von seinem Pferd und wollte nicht schon wieder darüber nachdenken. Die ganze Nacht hielten ihn seine Gedanken wach. Sein Herz schlug wild vom gefährlichen Ritt. Er war entsetzt, wie ihn die Sehnsucht nach Unna so ungestüm werden ließ. Er band den Braunen an einen Ast, damit er still stand und sich erholte. Es war ein teuflischer Ritt gewesen, den er ihm zugemutet hatte, und dabei war er nicht mehr der Jüngste. Ilari klopfte dem Pferd dankbar den Hals und wollte sich umdrehen, als ihm die Augen zugehalten wurden. Er kannte diese Hände. Sie rochen nach Rosenwasser, wie es Unna benutzte. Er nahm ihre Hände von seinen Augen und dreht sich zu ihr um. Ohne dass er es verhindern konnte, lagen sie sich in den Armen. Sie genossen die Berührung und fühlten sich seltsam zeitlos und vereint.

Bleib, Ilari“, hörte sie ihn bitten. Aber gerade als er ihr antworten wollte, verschloss sie ihm den Mund mit ihrer Hand. Er stand vor ihr und nickte leise. Diesen Wunsch würde er ihr nicht verweigern. Nichts lieber als das, dachte er und wartete darauf, was sie ihm sagen wollte.

Ich will nicht Königin werden, Geliebter. Mein Vater wird es begreifen, wenn ich es ihm sage. Er wird mir die Ehe mit dir erlauben. Soll sich Halfdan eine andere Königin für seinen Sohn suchen. Ich will ihn nicht, den verrückten Thronfolger. Deine Kinder, Ilari, will ich großziehen, nicht seine, auch wenn sie keiner Linie von Königen entstammen.“

Sie blickte ihm zufrieden in die Augen, schwieg wieder und schmiegte sich an ihn. Ilari, der eben noch das Ende seines Lebens vor sich gesehen hatte, schöpfte Hoffnung. Er wusste, Olaf würde seine Tochter nicht verschachern. Wenn Unna sich entschieden hatte, dann würde er sich ihr nicht verweigern.

Gleich heute werde ich meinen Vater bitten, bei Olaf in meinem Namen um deine Hand anzuhalten. Der Brautpreis ist sicher hoch. Aber es geht hier um dich, die Tochter des größten Jarls der nördlichen Länder. Vater wird an Macht gewinnen und die Familie wird durch dich im Ansehen steigen. Vielleicht wäre dann Vater sogar in der Lage, nicht mehr in Halfdans Diensten zu stehen.“

Unna nickte bei jedem seiner Argumente und diese wundervollen Gedanken verwirbelten sich in Ilaris Kopf. Er hielt Unna immer noch glücklich in den Armen. Er war zu nichts mehr gezwungen. Sein Leben breitete sich vor ihm aus und ließ keinen Wunsch offen. Er sah Unna in die Augen und erkannte, wie seine Liebe von ihr erwidert wurde. Er neigte sich zu ihr und wollte sie küssen, als sich eine gemeine, näselnde Stimme hinter ihnen erhob.

Lass das besser, Dummkopf. Du niederer Adelspross solltest die zukünftige Königin Norgans nicht küssen“, tönte Borks hohe Stimme über die Ebene. Hinter ihm standen zehn Männer mit gezückten Schwertern. Ilaris Miene verfinsterte sich. Natürlich ist er nicht alleine gekommen, der Feigling. Gleich zehn Männer hatte er dabei. Er musterte sie eindringlich und las in ihren Gesichtern den Befehl, den ihnen Bork gegeben hatte. Ilari griff nach seinem Schwert, doch er ließ es noch stecken.

Unna schreckte hoch, weil sie begriff, dass Borks Spione sie gestern im Gang des Palastes belauscht hatten. Dabei waren sie so vorsichtig gewesen. Sie drehte sich zu Bork um, trat einen Schritt auf ihn zu, sah ihm böse in die Augen und wirkte, als wollte sie ihm auf der Stelle das Gesicht zerkratzen.

Sieh an, sie hat mehr Temperament, als ich vermutet hatte. Dann habe ich doch noch Aussicht auf beglückende Nächte“, sagte Bork und trat auf Unna zu, um ihre Hand zu ergreifen. Doch Unna war eine stolze Frau. Sie ließ es nicht zu, dass er sie berührte. Stattdessen holte sie aus, um Bork mitten ins Gesicht zu schlagen. Doch er war schneller, parierte den Schlag und griff sie so fest am Handgelenk, dass sie leise aufschrie vor Schmerz.

Da hielt sich Ilari nicht länger zurück. Ohne ein Wort zu sagen, verfinsterten sich seine Augen. Er zog sein Schwert und stürzte sich auf Bork. Doch er kam nicht weit. Ehe er Bork erreicht hatte, stellten sich ihm die Wachen in den Weg und ergriffen ihn. Borks Feigheit war Ilari unerträglich.

Als Ilari außer Gefecht gesetzt war, trat Bork aus den Reihen seiner Männer zu ihm heran und hielt ihm einen funkelnden Dolch an die Kehle. Dabei grinste er überheblich.

Was willst du nun tun, Dummkopf. Ein fester Schnitt und dein Leben ist dahin. Willst du immer noch Unna zur Frau nehmen? Dann sage es und du bist tot“, warf ihm Bork abfällig entgegen.

Du bist immer noch das Schwein, das ich seit meiner Kindheit kenne“, presste Ilari zwischen seinen Lippen hervor, nicht gewillt, auch nur einen Moment nachzugeben. Bork lachte aus vollem Hals. Er kannte Ilaris Halsstarrigkeit und wusste, er müsste den Freund gleich töten.

Gib nach Ilari, sonst werde ich dich töten. Meine Männer lassen dich verschwinden und jeder hat nach kurzer Zeit deinen Namen vergessen“, sagte Bork nachdenklich und mit einem Blick, der Ilari verriet, dass ihm dieser Gedanke gefiel. Es gab keinen Zweifel, Ilaris Leben hing an einem seidenen Faden.

Ilari, sag ihm, was er hören will, sonst nimmt er dir das Leben“, rief Unna erschrocken aus. Sie kannte Borks verschlagenen Charakter und fürchtete um Ilari. Sie bedauerte es zutiefst, ihn hierher gebeten zu haben.

Doch Ilari hatte nicht vor nachzugeben. Eher wollte er sterben, als Unna Bork zu überlassen.

Nichts werde ich ihm sagen. Dieses verdammte Schwein soll sich noch auf einiges gefasst machen“, knurrte Ilari und sein Blick wurde noch finsterer als zuvor. Bork grinste breiter, und als Ilari versuchte sich zu befreien, setzte er den Dolch fester an Ilaris Kehle. Er ritze die Haut mit dem kalten Stahl und Blut floss. Jetzt war sich Unna ganz sicher, dass es Bork ernst war. Er, der Ilari seit jeher hasste, weil er mutiger, freundlicher und geradliniger in seinem Verhalten war, sah nun die Gelegenheit, ihn endlich loszuwerden. Die Freundschaft, die beide über die Jahre getragen hatte, erlosch in diesem Kampf um die Frau, die Ilari mehr liebte als sein Leben und die Bork nur besitzen wollte, um Ilari zu demütigen. Bork freute sich, wusste er doch, dass Ilari nicht von Unna lassen würde. Er grinste ein letzte Mal und setzte zum Schnitt an, als Unna ihm unterbrach.

Ich will Ilari nicht zum Mann haben. Hörst du, Bork, ich will ihn nicht. Er soll nach Westen fahren in dieses Amber. Dort wird er wahrscheinlich von den Feinden der Eindringlinge dahingestreckt und kehrt nie wieder. Ich will ihn nicht mehr, hörst du?“, sagte sie mit ersterbender Stimme und Bork sah einen kurzen Moment auf Unna. Er fragte sich, ob sie dabei bliebe, wenn er Ilari freilassen würde und entschied, es wäre auf jeden Fall sicherer, Ilari zu töten. Die Vorteile lagen in jedem Fall auf seiner Seite. Dabei grinste er feige, schüttelte schweigend den Kopf und wollte sein Werk vollenden. Ilari, der wie von Sinnen auf Unna starrte, die sich für Bork entschied, wollte nur noch sterben.

Tu es endlich, Feigling“, warf Ilari Bork erbost entgegen. „Verstecke dich nicht hinter deinen Männern. Ein einfacher Schnitt und du bist mich los und besitzt die Frau, die dich zum Thronfolger erheben wird. Nur mit ihr kannst du den Thron von Norgan besteigen. Vergiss das nicht.“ Ilari war nur noch Wut und Zorn und hatte schon den Weg ins Jenseits angetreten. Mit seinen Worten wollte er verhindern, dass sich Bork, wenn er ihn getötet hatte, im Größenwahn auch Unnas entledigte. Unna hatte begriffen, wofür Ilari kämpfte. Wie sie kämpfte er für das Leben des anderen.

Denke nach, Bork!“, begann Unna erneut. „Ich will Ilari nicht mehr haben. Aber ich werde dich nicht heiraten, wenn du Ilari tötest. Dein Vater wird dann nicht dich als Thronfolger einsetzen, sondern deinen jüngeren Bruder Keldan, den das Volk ohnedies viel lieber auf dem Thron von Norgan sähe. Denk nach Bork! Wenn Ilaris Leben dahin ist, werde ich dich nicht heiraten. Selbst wenn du mir mit den Tod drohst. Wenn du Ilari tötest, verdirbst du dir deine ganze Zukunft. Ohne mich wirst du den Thron von Norgan nicht besteigen.“

Unna sah, dass sie mitten ins Schwarze getroffen hatte. Ilari war erleichtert und entsetzt. Bork konnte Unna nicht töten. Er hatte durch ihre Entscheidung keine Wahl mehr. Doch ihm wurde dadurch ein verhasstes Leben aufgezwungen. Vor einigen wenigen Minuten gehörte ihm Unna und nun sollte er zusehen müssen, wie sie einen anderen heiratete. Unna hatte ihr Überleben an eine unsinnige Forderung geknüpft. Sie stieß Ilari damit in die Trostlosigkeit. Ohne Aussicht auf Liebe und ein erfülltes Leben. Er würde in Amber nur einfach vergehen. Er glaubt nicht, Unna auch nur für einen Tag vergessen zu können. Sie, die ihn so sehr liebte, dass sie um seines Lebens willen auf ihn verzichtete und Bork heiratete. Es war verrückt, aber gerade als er verzweifeln wollte, trat Bork einen Schritt zurück und steckte den Dolch ein.

Bork maß Unna mit seinen Augen. Sie wäre nicht das Schlechteste, das er bekommen könnte, und wenn sie ihm nicht mehr gefiel und er einige Erben in die Welt gesetzt hätte, hätte er immer noch seine Konkubine. Ihm lag nichts an Unna. Er drehte sich um und steckte seinen Dolch weg. Dann trat er an Unna heran und flüsterte ihr ins Ohr.

Du wirst gemeinsam mit mir die Ebene verlassen“, sagte er und zog sie ein wenig dichter zu sich. „Ohne deinen Geliebten Ilari. Erst, wenn wir weg sind, werden meine Männer Ilari freilassen. Du siehst ihn nicht mehr, bevor er abreist. Und wirst mich heiraten. Hast du verstanden, meine Schönheit?“ Unna wich vor Bork zurück. Sie verachtete ihn und ertrug es nicht, ihn so dicht zu spüren. Als er sie scharf ansah, nickte sie nur. Sie sah ein letztes Mal auf Ilari und glaubte, ihre Beine würden versagen. Doch Bork griff sie am Arm und zog sie zu ihrem Pferd.

Steig auf. Beeile dich. Ich habe diese verliebten Blicke satt. Wenn du so weitermachst, überlege ich es mir vielleicht doch noch anders“, knurrte er sie an und drängte sie, auf ihr Pferd zu steigen. Ilari folgte ihnen mit den Augen und er wusste, er hatte Unna zum letzten Mal gesehen. Bork ritt mit ihr davon, ohne dass sie sich noch ein einziges Mal nach ihm umdrehte. Als wie weg waren, ließen die Wachen Ilari gehen.

Sie ist es nicht wert“, sagte einer der Männer, der Bork diente, aber ihn verachtete. „Du wirst sie vergessen. Sie hat das schlechtere Los gezogen mit einem Mann wie Bork Halfdanson. Aber sie wird daran nicht zerbrechen. Wir Menschen sind stärker, als wir es wahrhaben wollen. Geh in den Westen und überlebe. Damit machst du sie glücklich.“

Er ging weg und Ilari, der diese Worte nicht hören wollte, die sich aber dennoch in seinen Verstand gruben, wusste, dass er Recht hatte. Als die Männer weggeritten waren und er alleine auf der Ebene stand, besaß Ilari kein Leben mehr. Es endete hier auf der Ebene von Torgan. Er ging zu seinem Pferd, bestieg es und brach auf. Sein Brauner kannte den Weg. Drei Tage später segelte er auf einem Schiff nach Amber, nach Westen, um sein Schicksal anzunehmen, wie es Unna von ihm verlangt hatte.

Rezension

5.0 von 5 Sternen: Fantasy wirklich fantastisch

Von haraldbogner am 14. August 2016

Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf

Mir gefällt, dass die Autorin so dicht schreibt, viele Infos in einen Satz packt, viele Details erzählt, Sturm auf Amber ist nicht so leicht zu lesen aber niemals seicht und immer spannend. Ich hab nun endlich die gedruckte Version in Händen und kann gar nicht aufhören obwohl ich schon die e-book Variante auf dem Handy lesen durfte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung ….

Rezension

am 4. August 2016

Anfangs tat ich mir etwas schwer, da das Buch in diesem Teil eher ein historischer Roman als ein phantastischer ist. Überrascht hat mich hier, dass die Jugendlichen von den Erwachsenen sehr erst genommen werden. Einige Szenen fand ich aber auch recht grausam.
Doch mit dem Eintritt der Nebelfürsten in den Roman eröffnet sich eine einfallsreiche und stets überraschende Welt, die trotz ihrer Komplexität fesselt. So sieht man die Auflösung der familiären Verhältnisse am Ende nicht kommen. Insgesamt werden die Situationen und Personen sehr plastisch geschildert. Meine Lieblingsfigur war Theodric, der auf der einen Seite sehr wissend und klug ist, sich aber andererseits als zurückhaltender Charakter nicht in den Vordergrund spielt.
Insgesamt ein Buch, das ich oft weitergelesen habe, obwohl es Zeit zum Schlafen war.
Ich würde es wieder kaufen und freue mich auf die Fortsetzung.